Coltrane (Mono Remastered 2026) John Coltrane

Album info

Album-Release:
1957

HRA-Release:
14.08.2026

Label: Craft Recordings

Genre: Jazz

Subgenre: Hard Bop

Artist: John Coltrane

Album including Album cover

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  • 1 Bakai (Remastered 2026) 08:45
  • 2 Violets For Your Furs (Remastered 2026) 06:15
  • 3 Time Was (Remastered 2026) 07:29
  • 4 Straight Street (Remastered 2026) 06:15
  • 5 While My Lady Sleeps (Remastered 2026) 04:44
  • 6 Chronic Blues (Remastered 2026) 08:13
  • Total Runtime 41:41

Info for Coltrane (Mono Remastered 2026)

Neu remastert! „Auf ‚Coltrane‘, das von vielen als sein bestes Einzelalbum angesehen wird, zeigt John Coltrane all jene spannenden Elemente, die seine Brillanz entfachten und es seiner voll entwickelten instrumentalen Stimme ermöglichten, auf eindrucksvollste Weise zu glänzen. Am Tenorsaxophon ist er schlichtweg meisterhaft und verwandelt die aufkeimende ‚Sheets of Sound‘-Philosophie in endlose Verflechtungen melodischer und klangvoller Darbietungen voller einfallsreicher, durchdachter und kraftvoller Phrasen. Coltrane spielt auch ein wenig Sopransaxophon als Vorbereitung auf seine später folgenden, eher experimentellen Werke. Unterdessen haben Bassist Jimmy Garrison, Schlagzeuger Elvin Jones und insbesondere der herausragende McCoy Tyner ihre leidenschaftliche Dynamik in das innere Ganzes des Quartetts eingebracht. Das Ergebnis ist ein äußerst fokussiertes Werk, eine sowohl bei seinen Fans als auch bei Neulingen relativ beliebte Session mit fünf Stücken, die brillant konzipiert und umgesetzt sind. „Out of This World“, ein über 14-minütiges Stück im modalen Stil, ist ein kraftvolles Statement, das sich über Tyner’s wunderbare und geschickte Akkorde, die von Jones heraufbeschworenen brodelnden Rhythmen und den Gesangsstil erstreckt, den Coltrane einsetzt, während er diese klassische Melodie umkreist – einschließlich eines raffinierten Tonartwechsels. „Tunji“ ist ein geheimnisvolles, leicht gespieltes Stück im 4/4-Takt, das von dem spirituellen Weg erzählt, den Coltrane beschritt – manchmal etwas aufgeregt, während Tyner gelassen bleibt. Der Hard Bop ist während „Miles’ Mode“ immer noch im Hinterkopf der Musiker präsent – ein Melodiefetzen, der in eine Jam-Session im Stil eines „Free-for-All“ übergeht –, während das Gegenteil in Mal Waldrons „Soul Eyes“ zu finden ist, der Ballade schlechthin, die hier durch die Art und Weise beeindruckt, wie Coltrane Töne, Emotionen und ausdrucksstarke Intellektualität hält. Auf dem Sopran ist zu erkennen, dass Coltrane kurz davor steht, die vollständige Kontrolle über seine neu entdeckten Klangfarben zu erlangen, denn das verspielte, beschwingte „The Inch Worm“ im 3/4-Takt wirkt nur leicht angestrengt, doch darin findet er vollkommene Verbundenheit mit den anderen. Mehr noch als alle Plattitüden, mit denen man diese außergewöhnliche Aufnahme überhäufen könnte, reiht sie sich historisch zwischen den Alben „Olé Coltrane“ und „Impressions“ ein – und vervollständigt damit eine Trilogie von Studioalben, die so maßgeblich sind wie kaum etwas anderes, das Coltrane je produziert hat, und die ihn in seiner Blütezeit besonders gut repräsentieren.“ (Michael G. Nastos, AMG)

John Coltrane, Tenorsaxophon, Sopransaxophon
McCoy Tyner, Klavier
Jimmy Garrison, Bass
Elvin Jones, Schlagzeug

Aufgenommen am 11. April, 19., 20. und 29. Juni 1962 im Van Gelder Studio, Englewood Cliffs Produziert von Bob Thiele

Digital remastered

Zur Info: wir bieten dieses Album in der nativen Abtastrate von 48kHz, 24-Bit an. Die uns zur Verfügung gestellte 192kHz-Version wurde hochgerechnet und bietet keinen hörbaren Mehrwert!




John Coltrane
Der Saxofonist John William “Trane” Coltrane wurde am 23.September 1926 in Hamlet, North Carolina geboren. Sein Vater John Robert arbeitete als Schneider und spielte verschiedene Instrumente zum eigenen Vergnügen. Die Mutter Alice Blair stammte aus einer streng gläubigen Methodistenfamilie. Kurz nach Geburt des Sohnes zog die Familie in die benachbarte Industriestadt High Point, wo der Junge bis zu seinem zwölften Lebensjahr eine überwiegend glückliche Kindheit genoss. Im Jahr 1939 jedoch starben sein Vater, sein Großvater und Onkel, sodass die Familie sich von da an ohne männliche Ernährer durchbringen musste. Coltranes Mutter suchte sich verschiedene Jobs, der Junge zog sich in sich zurück und begann, sich ausgiebig der Musik zu widmen. Er hatte 1938 angefangen, Klarinette zu spielen, wechselte aber unter dem Eindruck von Jazzstars wie Lester Young, Coleman Hawkins und Johnny Hodges zum Altsaxofon. Nach dem High-School Abschluss zog er 1943 nach Philadelphia, studierte an der Ornstein School Of Music, dem Granoff Studio, arbeitete in einer Zuckerraffinerie und jammte gelegentlich in verschiedenen Bars und Kneipen.

Der Militärdienst verschlug Coltrane nach Hawaii (1945/46), wo er mit einer Navy Band erste Aufnahmen machte. Daraufhin hielt er sich mit Jobs in Bands von Joe Webb (1946), King Kolax, Big Maybelle und Eddie Vinson (1948) über Wasser. Während eines Engagements im Orchester von Dizzy Gillespie wechselte er um 1949 zum Tenorsaxofon, hatte aber noch nicht genügend stilistische Eigenständigkeit, um als markanter Solist aufzufallen. Er lernte weiterhin in den Ensembles von Earl Bostic (1952), Gay Crosse (1952), Johnny Hodges (1954), arbeitete sich ehrgeizig nach oben, musste aber aufgrund seiner Drogenabhängigkeit künstlerische Rückschläge einstecken, als er etwa 1954 aus dem Hodges-Orchester geschmissen wird. 1955 wendete sich das Blatt durch zwei wichtige Ereignisse. Coltrane heiratete am 3.Oktober seine erste Frau Naima (1955–66) und nur wenige Tage danach engagierte ihn der bereits als Star des Szene geltende Miles Davis in dessen Quintett. Während des folgenden Jahres entstanden Hardbop-Aufnahmen wie “Miles” (1955) und die legendären “Relaxin' / Workin' / Steamin' / Cookin' With The Miles Davis Quintet”-Sessions (1956).

Es war eine der besten Bands dieser Ära und Coltrane nützte die Gelegenheit, um mit Möglichkeiten der Loslösung von den bislang dominierenden funktionsharmonischen Grundlagen zu experimentieren. Die Forschung prägte für diese Phase den missverständlichen Begriff “Sheets Of Sound” (“Klangflächen”), wobei es weniger um die Erstellung von Flächen als um die Auflösung von Akkorden und die Relativierung der bisherigen Linienbildungen des Hardbops ging. Die Musiker strebten danach, die als einengend empfundenen harmonischen Prinzipien des Quintenzirkels hinter sich zu lassen und Coltrane modifizierte seine melodisch geprägte Technik durch Terzsubstitutionen und andere Verschiebungen (1958–60). Gemeinsam mit Miles Davis und dem Pianisten Bill Evans entdeckte er die so genannte Modalität für sich, eine auf den Kirchentonarten des Mittelalters basierenden Technik der Skalenimprovisation, die der wiederum zugunsten einer nahezu freien Spielweise während seiner letzten Schaffensjahre hinter sich ließ.

So entwickelte sich Coltrane innerhalb nur eines Jahrzehnts vom ehrgeizigen Newcomer zu einem der bestbezahlten Jazzkünstler überhaupt. Den ersten Aufnahmen unter eigenem Namen wie “First Trane” (1957) folgte eine immens arbeitsintensive Phase in zahlreichen Studiobands des ‘Prestige’-Umfeldes. Coltrane löste sich 1957 erfolgreich von seiner Drogensucht, wurde mit Thelonious Monk im “Five Spot” umjubelt, kehrte 1958 zu Miles Davis zurück und nahm 1959 nahezu zeitgleich die beiden legendären, aber stilistisch komplett verschiedenen Alben “Kind Of Blue” (mit Davis) und “Giant Steps” auf. Auf “My Favourite Things” entdeckte er 1960 das Sopransaxofon neu für den Jazz und nach dem Auslaufen des Vertrages für die Plattenfirma Atlantic formte sich 1961/2 das klassischen Quartett mit McCoy Tyner (p), Jimmy Garrison (b) und Elvin Jones (dr) als idealen Arbeitsbasis heraus, das Coltrane in seiner Suche nach neuen Ausdrucksformen unterstütze. Mit der im Dezember 1964 aufgenommenen Hymne “A Love Supreme” machte Coltrane seine tiefe, religiös geprägte Spiritualität, öffentlich und Alben wie “Ascension” führten ihn im folgenden Jahr schließlich zum freien Spiel.

Als er sich immer deutlicher der kompletten Auflösung der Form zuwandte, veränderte sich auch sein musikalisches Umfeld. In der letzten Lebensphase war er neben Garrison mit seiner zweiten Frau Alice Coltrane (p), Rashied Ali (dr) und Phaorah Sanders (sax) auf der Bühne zu erleben, späte Werke wie “Expression” oder das Schlagzeug-Duo “Interstellar Space” (beide 1967) präsentierten ihn als introvertierten Hermetiker mit Hang zur spirituellen großen Geste. Am 17.Juli 1967 starb John Coltrane an Leberversagen. Sein markanter, harter und zugleich flexibler Ton, die ekstatische Solistik und Hinwendung zu Einflüssen jenseits der afroamerikanischen Stiltradition hinterließen ebenso wie die Entdeckung des Sopransaxofons als Ergänzung des Tenors viele Impulse für die Klangentwicklung des modernen Jazz.



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