Crisis? What Crisis? (Remastered 2025) Supertramp

Album Info

Album Veröffentlichung:
1975

HRA-Veröffentlichung:
23.01.2026

Label: A&M

Genre: Rock

Subgenre: Modern Rock

Interpret: Supertramp

Das Album enthält Albumcover

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  • 1 Easy Does It (Remastered 2025) 02:17
  • 2 Sister Moonshine (Remastered 2025) 05:15
  • 3 Ain't Nobody But Me (Remastered 2025) 05:06
  • 4 A Soapbox Opera (Remastered 2025) 04:50
  • 5 Another Man's Woman (Remastered 2025) 06:20
  • 6 Lady (Remastered 2025) 05:24
  • 7 Poor Boy (Remastered 2025) 05:08
  • 8 Just A Normal Day (Remastered 2025) 03:59
  • 9 The Meaning (Remastered 2025) 05:21
  • 10 Two Of Us (Remastered 2025) 03:29
  • Total Runtime 47:09

Info zu Crisis? What Crisis? (Remastered 2025)

„Crime Of The Century“ war Supertramps bahnbrechendes drittes Album, das ihnen weltweiten Erfolg bescherte und sie erstmals in die Top 5 der britischen und die Top 40 der US-amerikanischen Billboard-Albumcharts brachte.

Während das Album die weltweite Popularität der Band rasant steigerte, schrieben und nahmen sie „Crisis? What Crisis?“ auf, das nur 13 Monate nach „Crime Of The Century“ veröffentlicht wurde.

„‚Krise? Welche Krise?‘ hatte für uns als Titel eine größere Bedeutung als für andere, denn es war tatsächlich ein Krisenalbum“, gestand Sänger und Multiinstrumentalist Roger Hodgson 1977 in einem Interview mit der britischen Rockzeitschrift Sounds. „Wir haben gelernt, wie man kein Album aufnimmt, wenn man direkt von der Tour ins Studio geht. Wir hatten im Studio viel Pech. Die Aufnahmen haben uns überhaupt keinen Spaß gemacht, und am Ende war es eher eine Notlösung.“

Im Nachhinein betrachtet war Hodgsons Kritik jedoch unnötig hart. Ja, Krise? Welche Krise? Supertramp gerieten dadurch in die missliche Lage, ein komplett neues Album von Grund auf neu zu schreiben (abgesehen von ein paar Überbleibseln von „Crime Of The Century“). Doch da sie mit Hodgson und Sänger/Keyboarder Rick Davies zwei der virtuosesten und nuanciertesten Songwriter des 70er-Jahre-Rock in ihren Reihen hatten, verfügten sie über alle nötigen Voraussetzungen.

So mag der Song zwar unter Stress entstanden sein, doch der Hörer merkt davon kaum etwas, denn Supertramps Vielseitigkeit und Raffinesse prägen „Crisis? What Crisis?“ auf ganzer Linie. Zwei von Hodgsons besten Stücken, das trügerisch träge, an George Harrison erinnernde „Easy Does It“ und das bittersüße, von Holzbläsern begleitete „Sister Moonshine“, legten die Messlatte sofort hoch. Doch Davies konterte gekonnt mit zwei kraftvollen Bluesrock-Nummern: „Ain’t Nobody But Me“ und dem bewundernswert funkigen „Another Man’s Woman“.

An anderer Stelle stellt die Band ihr kollektives Können unter Beweis, indem sie Mainstream-Pop und Progressive-Rock-Elemente im epischen, sechsminütigen „A Soapbox Opera“ miteinander verschmelzen lässt, bevor sie mit dem jazzigen „Poor Boy“ Neuland betritt und mit einem von Hodgsons schönsten Liedern, „Two Of Us“, abschließt: einer sanften, reduzierten Ode an die Ausdauer, die den perfekten Nachklang eines abenteuerlichen Albums bildet.

Obwohl Supertramp gemeinsam das Gefühl hatten, dass bei der Produktion von „Crisis? What Crisis?“ Abstriche gemacht wurden, wurde das Album nach seiner Veröffentlichung im November 1975 von den Fans begeistert als der gelungene Nachfolger von „Crime Of The Century“ angenommen, der es immer war.

Die Verkaufszahlen blieben zwar etwas hinter denen des gefeierten Vorgängers zurück, dennoch schaffte es das Album in die Top 20 der britischen Charts und in die Top 50 der US-amerikanischen Billboard 200 – und krönte seinen mehr als respektablen Erfolg mit einer weiteren Reihe von Gold-Schallplatten für Supertramp. Es hat seinen Ruf als Fanliebling gefestigt, und Supertramps eigene Sicht auf ihre schwierige Entstehung hat sich im Laufe der Zeit sogar noch gemildert.



Roger Hodgson, Gitarre, Keyboard, Gesang (Tracks 1, 2, 4, 6, 8–10)
Richard Davies, Keyboard, Mundharmonika, Gesang (Tracks 3, 5, 7, 8)
John Anthony Helliwell, Blasinstrumente, Hintergrundgesang
Dougie Thomson, Bass
Bob Siebenberg, Schlagzeug, Perkussion
Richard Anthony Hewson, Orchester- und Chorarrangements

Digital remastert von Miles Showell in den Abbey Road Studios

Zur Info: Wir bieten die 192Hz Version dieses Albums nicht an, da die Auswertung unserer Analyse eindeutig gezeigt hat, dass das Frequenzspektrum für eine 192kHz nicht ausreicht. Daher bieten wir das Album in 96kHz an.




Supertramp
Dass Supertramp zu Superstars ihrer Zeit wurden, ist ein mittelschweres Wunder. Bands wie King Crimson oder Jethro Tull hatten die bluesdurchtränkte Rockmusik zu Art-Rock sublimiert und eine Hörerschaft erzogen, die sich beim Tanzen in Woodstock verausgabt hatte und nun aufmerksam (und ganz in Ruhe) elaborierte Soli und virtuose Arrangements verfolgen wollte. Supertramp taten, was sie konnten. „Das war durchaus haarig“, erinnert sich Keyboarder Rick Davies in den Liner Notes. „Ich hatte gerade erst angefangen, Hammond zu spielen, und war mit dem Instrument noch nicht recht vertraut.“ Sein Spiel auf dem ersten, selbstproduzierten Album „Supertramp“ sei, wie er meint, optimierungsfähig gewesen.

Tatsächlich bietet das Frühwerk einige ungeahnte Einblicke. Die Verheiratung von Art-Rock mit Pop erforderte einige Flirts mit der Rhythm&Blues-Tradition und ein vorsichtiges Herantasten an komplexere Song- und Arrangementstrukturen. „Surely“, dem ersten Album entnommen und auf „Retrospectacle – The Supertramp Anthology“ in einer alternativen Version zu hören, steht noch deutlich in der Mersey-Beat-Tradition. Für „Land Ho“, einer der seltenen Songs von Supertramp, gilt dasselbe – allerdings bekommt man es hier mit einem flotten Shuffle zu tun, ein rhythmisches System, das erst unmittelbar zuvor von Led Zeppelin einer ersten Erprobung unterzogen worden war.

Die musikalische Entwicklung von Supertramp nachzuverfolgen, ist ein denkbar dankbares Unterfangen. Gegründet 1969 mithilfe einer Kleinanzeige im „Melody Maker“ („Musiker gesucht“), befanden sich Supertramp umgehend in einer privilegierten Situation. Rick Davies hatte die Bekanntschaft von Stanley August Miesegaes gemacht, einem holländischen Millionär. Sam, wie man ihn nach seinen Initialien nannte, wurde für eine Weile Manager und Gönner der Band, die er komplett finanzierte. So hatte Davies Gelegenheit, Line-ups auszuprobieren und die musikalische Richtung mal behutsam, mal drastisch zu wechseln.

1974 befanden sich Supertramp auf Kurs und nahmen mit der LP „Crime of the Century“ Fahrt auf. Das Line-up bestand nun aus der Doppelspitze Rick Davis (keys) und Roger Hodgon (git), die wechselweise sangen, John Helliwell (sax), Dougie Thomson (b) und Bob Siebenberg (dr). Das Songwriting wurde selbstbewusster, die Stilistik erschien klar konturiert. Supertramp gingen als Headliner auf Tournee, Mund-zu-Mund-Propaganda hatte die Band als heißen Act empfohlen. Supertramp sollten nicht enttäuschen.

Mit „Crisis? What Crisis?“gelang Supertramp 1975 der Sprung nach Amerika. Vom holländischen Millionär hatte man sich da längst getrennt: Miesegaes hatte zwar Geld, verstand aber nichts vom Musikbusiness. Supertramp schon: Für ihre Shows betätigten sie sich als Street-Promoter und verteilten auf offener Straße Konzerttickets an Passanten. Supertramp nahmen das Geschäft in die eigenen Hände – und sicherten sich so ein Höchstmaß an künstlerischer Freiheit.

Wohin die führt, ist auf Stücken wie „Dreamer“, „Crime of the Century“ und „Sister Moonshine“ nachzuhören. Nach „Even in the quietest Moments“ erschien dann 1979 das fulminante Werk „Breakfast in America“. Das brachte den endgültigen Durchbruch und eine ganze Menge Klassiker: „Goodbye Stranger“, „Take the Long Way Home“ und natürlich den „Logical Song“. Letzterer spiegelte den Zeitgeist der Post-Hippie-Epoche und die Herausbildung des Alternativen-Milieus. Die Lyrics finden sich daher in Englischlehrbüchern für die Oberstufe.

Die Entwicklung danach ist besonders spannend. Erst 1985 erschien mit „Brother where you bound“ die nächste Platte: Textlich deutlich politischer, näherten sich Supertramp wieder den Blues-Roots. Supertramp hatten sich vom selbstgeschaffenen Innovationsdruck befreit. Eine Lässigkeit hielt Einzug, die bis heute andauert. Und zu Abgeklärtheit und Bescheidenheit führt: „Wir lernen noch“, sagt Davies. „Wir sind immer noch dabei herauszufinden, wie die Dinge funktionieren.“ Dabei muss man eigentlich nur das von Davies persönlich zusammengestellte „Retrospectacle“ anhören. Dann weiß man, was geht.

Dieses Album enthält kein Booklet

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