Goodbye Ghosts Arnold Kasar
Album Info
Album Veröffentlichung:
2026
HRA-Veröffentlichung:
04.09.2026
Label: Neue Meister
Genre: Classical
Subgenre: Instrumental
Interpret: Arnold Kasar
Komponist: Arnold Kasar (1972)
Das Album enthält Albumcover
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- Arnold Kasar (b. 1972): Turnaround:
- 1 Kasar: Turnaround 03:39
- Goodbye Ghosts:
- 2 Kasar: Goodbye Ghosts 03:39
- Up and Down the Hills:
- 3 Kasar: Up and Down the Hills 02:28
- Violet:
- 4 Kasar: Violet 02:34
- Sunflower:
- 5 Kasar: Sunflower 02:39
- Stardust:
- 6 Kasar: Stardust 03:00
- Roses:
- 7 Kasar: Roses 02:20
- Waltz for Ella:
- 8 Kasar: Waltz for Ella 02:28
- Pines:
- 9 Kasar: Pines 03:27
- Bread and Butter:
- 10 Kasar: Bread and Butter 03:16
- Watch the Cat:
- 11 Kasar: Watch the Cat 02:49
- Peace of Mind:
- 12 Kasar: Peace of Mind 01:29
Info zu Goodbye Ghosts
Es gibt Musik, die man macht, um gehört zu werden – und Musik, die man macht, weil man jemandem helfen will. „Goodbye Ghosts“, das neue Album von Arnold Kasar, gehört zur zweiten Sorte. Der Auslöser war denkbar persönlich: Ein Mensch, der dem Komponisten sehr nahesteht, wurde krank. Kasar, der als musikalischer Tausendsassa zwischen Elektro-Jazz, Songwriting und Klavierklang zu Hause ist, nutzte das einzige Werkzeug, das er wirklich beherrscht, um beizustehen: die Musik.
Diese Fähigkeit ist kein Zufall, sondern gewachsen über Jahrzehnte: Der aus dem Südschwarzwald stammende, gelernte Sound-Ingenieur lebte lange in Berlin, wo er sich einen Ruf als vielseitiger Klangtüftler erarbeitete. Er wirkte in unzähligen Projekten mit – von seinen Elektro-Jazz-Arbeiten mit Lisa Bassenge und ihren Bands Nylon und Micatone über seine Rolle als Co-Autor und musikalischer Leiter des Allround-Performers Friedrich Liechtenstein (bekannt durch „Supergeil“) bis hin zu seiner vielbeachteten Zusammenarbeit mit Joachim Roedelius auf dem Album „Einfluss“. Doch Kasar kann auch ganz allein: 2012 legte er mit „The Piano Has Been Smoking“ sein Solo-Debüt vor, auf dem er die von John Cage begründete Technik des präparierten Klaviers nutzte – mit Radiergummis, Teebeuteln und Flicken entlockte er dem Instrument völlig neue Klangfarben. Es folgten „Inside Devils Kitchen“ (2016), „Resonanz“ (2019), „My Favorite Colours“ (2023), „Zensibility“ (ebenfalls 2023) und „Spring Songs“ im Jahr 2025. Kasar ist ein Rastloser, der sich nie ganz in eine Schublade wie „Neo-Klassik“ einsortieren lässt – er zieht immer weiter.
Inzwischen hat er der Stadt den Rücken gekehrt und lebt vor den Toren Berlins auf dem Land in Brandenburg – umgeben von seinem eigenen Kräutergarten, den er mit wachsendem Wissen und großer Begeisterung angelegt hat. Genau diese Umgebung wurde zum Ausgangspunkt für „Goodbye Ghosts“.
Für das Album ließ sich Kasar von der musiktherapeutischen Methode „Guided Imagery“ inspirieren – bei der Musik innere Bilder wachruft, die beim Loslassen von Sorgen oder Ängsten helfen können. So entstanden zwölf Klavierstücke in der stillen Übergangszeit zwischen Winter und Frühling. Kasar präparierte sein Klavier diesmal mit Filz, verzichtete bewusst auf Hochglanz und Bühnensound. Es sollte klingen, als stünde das Instrument direkt im eigenen Wohnzimmer – ein vertrauter Klang zum Zurückziehen, nicht die große Geste für ein Konzerthaus.
Die zwölf Stücke des Albums bilden einen Jahreskreis, jedes trägt einen Monat und eine Heilpflanze aus seinem Garten als Paten.
Das Jahr beginnt im Januar mit dem Titelstück „Goodbye Ghosts“, dem Johanniskraut zugeordnet – jener Pflanze, die traditionell gegen trübe Stimmung hilft und erst nach Wochen ihre volle Wirkung zeigt, ganz so, wie auch Heilung selten über Nacht geschieht. Im Februar folgt „Violet“ mit der Malve, deren Blüten den Tee in sanftes Blau-Violett tauchen, reizlindernd und beruhigend. Der März bringt „Peace of Mind“ und die Goldrute, die man traditionell bei Nieren- und Blasenleiden einsetzt – ein Stück, das mit nur 89 Sekunden das kürzeste des Albums ist, aber seinem Titel alle Ehre macht.
Im April steht die Kamille Pate für „Stardust“ – eine der bekanntesten Heilpflanzen überhaupt, deren Dampf Kasar selbst gerne inhaliert, wenn er erkältet ist. Der Mai gehört der Sonnenblume und dem Stück „Sunflowers“: ein Bild, das Kasar unmittelbar mit den Sonnenblumenfeldern Brandenburgs verbindet, die er von seinem neuen Zuhause aus sieht. Im Juni erinnert „Roses“, verbunden mit der Hagebutte, an eine Kindheitserinnerung – das vitaminreiche Getränk, das er als Junge liebte.
Der Sommer setzt sich fort mit „Up and Down the Hills“ im Juli, gewidmet der Lindenblüte, deren Honig Kasar besonders schätzt und deren Tee beruhigend bei Husten wirkt. Im August folgt „Pines“ mit der Zitronenmelisse, die Magen und Nerven beruhigt und als kühles Sommergetränk ihren Platz findet. Und dann, im September, erreicht der Zyklus mit „Waltz For Ella“ und dem Salbei einen seiner emotionalsten Punkte: die Single zum Albumrelease, gewidmet jenem Kraut, das im kühler werdenden Herbst als bester Schutz für Hals und Rachen gilt.
Der Oktober bringt mit „Bread And Butter“ den Lavendel ins Spiel – gegen Schlafstörungen und Ängste, wohltuend für angespannte Muskeln. Im November lässt „Watch The Cat“ das Weinlaub aufleuchten, dessen bunte Herbstfarben allein schon die Stimmung heben. Und den Kreis schließt im Dezember „Turnaround“ mit der Mistel, die traditionell mit Weihnachten verbunden ist und nach dem Laubfall an den kahlen Bäumen sichtbar wird – ein Symbol für Wandel und Neuanfang, das dem Album seinen Titel schenkt.
So entsteht ein Werk, das nicht als Konzept konstruiert wirkt, sondern als gelebte Erfahrung: Jedes Stück trägt eine Jahreszeit, ein Gefühl und eine Pflanze in sich, die Kasar in seinem Garten selbst zieht, pflegt und versteht. Dabei geht es ihm nicht um Esoterik, sondern um etwas sehr Konkretes: Musik, die einfach da sein darf, ohne etwas zu fordern. Er selbst sagt, es gehe nicht um seine Performance als Künstler, sondern darum, der hörenden Person in einem Moment etwas zu geben, das ihrem inneren Frieden dient. Wenn man sich danach nur ein kleines bisschen leichter fühlt, ist für ihn alles erreicht, was dieses Album sich wünscht.
„Goodbye Ghosts“ ist damit kein lautes Statement, sondern eine leise Geste – zwölf Klavierstücke, zwölf Kräuter, ein Jahr. Ein Album, das aus Zuwendung entstanden ist und genau das an seine Hörerinnen und Hörer weitergeben möchte.
Arnold Kasar, Klavier
Arnold Kasar
ist ein musikalischer Tausendsassa: in unzähligen Projekten hat der aus dem Südschwarzwald stammende und in Berlin lebende Musiker mitgewirkt. Angefangen bei seinen Elektro-Jazz Projekten mit Lisa Bassege und ihren Bands Nylon und Micatone, über seine Tätigkeit als Co-Autor und musikalischen Leiter des Allround-Performers Friedrich Liechtenstein ("Supergeil") bis hin zu seiner letzten bejubelten Veröffentlichung "Einfluss" zusammen mit Joachim Roedelius. Doch der gelernte Sound-Ingenieur kann auch alleine, wie er 2012 mit seinem Solo-Debüt "The Piano Has Been Smoking" bewiesen hat. Nun hat es ihn wieder an sein erstes Instrument gezogen und der Zeitpunkt dafür könnte kaum besser sein, spielt doch das Klavier als wieder entdeckter Klang und Instrument der Erneuerung in den letzten Jahren wieder eine wichtige Rolle.
Das Klavier, das Arnold Kasar seit seiner Kindheit begleitet, ist in der Vergangenheit stets aus den Aufnahmen gefallen, wenn Musik produziert wurde. Aufgrund dieser langen Beziehung zu seinem ersten Instrument hat er sich damit zeitweilig gelangweilt und sich lieber mit Sample-basierter elektronischer Musik beschäftigt.
Das war 2010, da begannen die Arbeiten an der LP "The Piano Has Been Smoking", die 2012 erschien und sich voll und ganz dem Instrument widmete. Schon damals wandte Kasar die Technik des präparierten Klaviers an, die erstmals von John Cage begründet wurde. Mit Radiergummis, Teebeuteln oder Flicken präparierte er sein Instrument und entlockte ihm so ganz neue spannende Töne. Nur einer Komposition, die als Single ausgekoppelt werden sollte ("Put A Light On Me"), lieh er seine Stimme, nachdem er keine passende Sängerin dafür gefunden hatte. So kam die Welt erstmalig in den Genuss des dunklen und traurigen Timbre des Arnold Kasar. Das Ziel Airplay (u.a. bei FM4 oder RadioEins) wurde dadurch erreicht und fortan war Kasar angefixt von der Idee, zu singen. Denn mit "The Piano Has Been Smoking" war das Projekt, ein Album mit einem präparierten Klavier aufzunehmen, abgeschlossen. Deswegen kann man ihn auch nur bedingt mit anderen "Neo-Klassik" Pianisten vergleichen, Kasar zieht eben weiter – ein Rastloser, der nicht aufhören möchte, auszuprobieren.
Das heißt aber nicht, dass er komplett auf präpariertes Klavier verzichten muss: auch auf "Walk On" , seinem zweiten Solo-Album, erschienen 2014, sind einige Stücke mit Unterstützung eines präparierten Klaviers entstanden, doch diesmal steht der Gesang im Vordergrund, wodurch auch das ganze Gefühl dahinter ein anderes wird: "Das erste Album ist ja mehr noch eine Großstadt-Platte", mit ihren Techno-Elementen beispielsweise, "und das neue Album "Walk On" ist ja eine Landplatte" zu der ihn vor allem Arthur Russells persönlichstes Album "World Of Echo" inspiriert hat.
Ende 2016 veröffentlichte Arnold Kasar sein drittes Solo Album, eine reine Solo Piano-Aufnahme.
"Der Anfang ist immer die Improvisation, daraus entsteht die Komposition und alles weitere folgt. Manchmal ist die Improvisation aber schon das fertige Musikstück, jedenfalls improvisiere ich, seit ich Klavier spiele. In meinen eigenen Systemen und Rhythmen, aber immer in der Harmonik. Als ich nach Berlin zog und mit Synthesizern arbeitete, elektronische Musik produzierte, fiel die Klaviermusik immer hinten runter, wenn es um die Auswahl der Tastenklänge ging. Aber das Klavier war da und schob sich dann schließlich mit beharrlicher Kraft in den Mittelpunkt meiner Arbeit zurück. Diese Improvisationen sind nun ein wichtiger Teil meiner Arbeit und beim Komponieren absorbieren sie sich manchmal, wie in einer chemischen Reaktion, und bleiben als Reststoff übrig. Aber zu schade natürlich, um sie wegzuwerfen, sind sie mir doch sehr lieb geworden. Ich habe einige davon zusammengestellt für das Album "Inside Devils Kitchen". Ich glaube nicht, dass ich jemals authentischer und direkter klingen kann als mit diesem Klavier und mit diesen Stücken, denn sie sind alle komplett improvisiert, aus dem Nichts entstanden an dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Von diesem Punkt kann es nun in alle Richtungen weitergehen, mit neuen Songs, vielleicht einem neuen Sound auf einem anderen Klavier, aber das hier ist die reine Basis, spürbare Reinheit und Ruhe. Ich komme zurück an den Anfang, um weiterzukommen."
Dieses Album enthält kein Booklet
