Wishing Tree The Gesualdo Six & Owain Park
Album Info
Album Veröffentlichung:
2026
HRA-Veröffentlichung:
05.06.2026
Label: Hyperion
Genre: Classical
Subgenre: Vocal
Interpret: The Gesualdo Six & Owain Park
Komponist: William Byrd (1543-1623), Josquin Desprez (1440-1521), Orlando Gibbons (1583-1625), Gordon Langford (1930-2017), Owain Park (1993), Francis Poulenc (1899-1963), Anna Semple (1997), Charles Villiers Stanford (1852-1924), Joby Talbot (1971), Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)
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- William Byrd (1539 - 1623):
- 1 Byrd: This Sweet and Merry Month of May 02:59
- David Bednall (b. 1979):
- 2 Bednall: Put Out Into the Deep 05:32
- Ralph Vaughan Williams (1872 - 1958):
- 3 Vaughan Williams: Bushes and Briars 03:04
- Alison Willis (b. 1971):
- 4 Willis: The Wind's Warning 04:13
- Joby Talbot (b. 1971):
- 5 Talbot: The Wishing Tree 03:48
- Traditional:
- 6 Traditional: The Oak and the Ash (Arr. Langford for Vocal Ensemble) 03:25
- Anna Semple (b. 1997):
- 7 Semple: My Bonny Lies (Arr. Park for Vocal Ensemble) 02:45
- Josquin des Prez (1450 - 1521):
- 8 des Prez: El grillo 02:32
- Christen Holmes (b. 2000):
- 9 Holmes: Summer Shower 03:25
- Traditional:
- 10 Traditional: The Lark in the Clear Air (Arr. Whitbourn for Vocal Ensemble) 02:56
- Jacques Arcadelt (1505 - 1568):
- 11 Arcadelt: Il bianco e dolce cigno 02:25
- Orlando Gibbons (1583 - 1625):
- 12 Gibbons: The Silver Swan 01:37
- Charles Villiers Stanford (1852 - 1924):
- 13 Stanford: The Blue Bird, Op. 119 No. 3 03:55
- Owain Park (b. 1993):
- 14 Park: Fantasia on English Children's Songs 10:34
- Francis Poulenc (1899 - 1963): Petites voix, FP 83:
- 15 Poulenc: Petites voix, FP 83: No. 1, La petite fille sage 02:07
- 16 Poulenc: Petites voix, FP 83: No. 2, Le chien perdu 01:23
- 17 Poulenc: Petites voix, FP 83: No. 3, En rentrant de l'école 00:39
- 18 Poulenc: Petites voix, FP 83: No. 4, Le petit garçon malade 02:20
- 19 Poulenc: Petites voix, FP 83: No. 5, Le hérisson 00:47
- Traditional:
- 20 Traditional: My Love Is Like a Red, Red Rose (Arr. Carrington for Vocal Ensemble) 04:10
Info zu Wishing Tree
Auf ihrem elften Album für Hyperion widmen sich „The Gesualdo Six“ einem eher weltlichen Repertoire und greifen dabei auf Musik zurück, die sie seit ihrer Gründung im Jahr 2015 live aufgeführt haben.
Das Programm spannt einen Bogen von Werken der Renaissance, die Natur und Liebe preisen, bis hin zu zeitgenössischen Vertonungen von Texten von Christina Rossetti und Kathleen Jamie. Themen wie Kindheit und Unschuld ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album, verwoben mit fantasievollen Neubearbeitungen traditioneller britischer und irischer Volkslieder.
Wie es der Leiter Owain Park beschreibt, ist *Wishing Tree* „eine Reise durch Zeit, Poesie und Gesang – tief in der Tradition verwurzelt und doch erfüllt von zeitgenössischem Ausdruck.“
Das Ensemble geht weiterhin international auf Tournee und gibt jährlich über 150 Konzerte in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien; zugleich vergibt es Kompositionsaufträge für neue Werke und pflegt den Austausch mit einem weltweiten digitalen Publikum.
Wir eröffnen unser Programm mit einem der ganz wenigen Stücke von William Byrd, die man mit Fug und Recht als Madrigal bezeichnen kann: *This sweet and merry month of May*. So verbreitet es auch geworden ist, fast alle seine englischsprachigen Vokalwerke als „elisabethanische Madrigale“ zu bezeichnen, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass Byrd im Allgemeinen davor zurückschreckte, den italienischen Madrigalstil – mit seinem gesteigerten emotionalen Ausdruck und seiner üppigen Wortmalerei – auf seine eigene musikalische Sprache einwirken zu lassen. Erst um dem Wunsch des Verlegers Thomas Watson nachzukommen, in seine 1590 erschienene Sammlung *Italian madrigalls, Englished* auch das Werk eines einheimischen britischen Komponisten aufzunehmen, widmete Byrd dieser Art von Musik tatsächlich seine ganze Energie.
Achten Sie darauf, wie der Komponist das Rufen der Vögel – scheinbar von Ast zu Ast – mit kurzen, lebhaften Melismen musikalisch darstellt, oder wie die „Tiere spielen“ (*beasts do play*) – dargestellt durch tänzerische Synkopen. Bemerkenswert ist zudem das im Text enthaltene konventionelle Lob auf Königin Elisabeth I.; musikalisch spiegelt sich dies in einer Dehnung des harmonischen Pulses sowie in einer hohen Tessitur der Oberstimmen wider, wodurch ein Gefühl von Erhabenheit erzeugt wird.
Der in Bristol ansässige Komponist David Bednall wählte eine Passage aus dem Lukasevangelium als Textgrundlage für ein Auftragswerk von *Opus Anglicanum* – einer fünfstimmigen britischen Vokalgruppe, die sich insbesondere durch die Vergabe zahlreicher Kompositionsaufträge für neue Werke einen Namen gemacht hat. Die Erzählung schildert, wie Jesus die Netze der zweifelnden Fischer füllt – Netze, die nach den mühevollen Anstrengungen der vorangegangenen Nacht leer geblieben waren. *Put out into the deep* ist ein sorgfältig gearbeitetes Werk, das mit einer an den gregorianischen Choral angelehnten Melodie beginnt, welche sich im Zuge des sanften Einsetzens der Stimmen entfaltet. Der gregorianische Choral durchzieht das gesamte Werk und tritt sogar in Form zweier lateinischer Phrasen in Erscheinung – genau in jenen Momenten, in denen der englische Text aussetzt und die Protagonisten eine Pause von ihrer Arbeit einlegen –, untermalt von wellenförmigen, skalenartigen Melodien. Die Harmonien spiegeln den Einfluss britischer Komponisten des 20. Jahrhunderts wider, wie etwa Edward Bairstow und Herbert Howells.
Der Begriff „Volkslied“ wurde erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt, um Lieder zu beschreiben, die weithin bekannt waren und zur Unterhaltung, zum Vergnügen und zum gemeinschaftlichen Beisammensein gesungen wurden. Ihre Ursprünge waren vielfältig: Einige stammten von professionellen oder dilettierenden Liedermachern, andere aus Theaterstücken, Flugblättern oder gedruckten Sammlungen; die Mehrheit jedoch überlebte durch mündliche Überlieferung und wurde über Generationen hinweg von Sänger zu Sänger weitergegeben. Unsere ersten beiden Vertonungen erkunden die englische Volkstradition, beginnend mit dem ergreifenden Lied *Bushes and Briars* in einem Arrangement von Ralph Vaughan Williams. In dieser Erzählung von Liebe und Sehnsucht sinniert das lyrische Ich inmitten der Schönheit der Natur über eine verlorene Zuneigung. Vaughan Williams verstärkt die emotionale Resonanz durch wechselnde musikalische Texturen: von einer satten vierstimmigen Harmonik bis hin zu zarten Duettlinien. Dies ermöglicht es der Geschichte, mal wie eine öffentliche Deklamation vor einem vollbesetzten Raum zu wirken, mal wie ein sanftes Geflüster direkt ins Ohr des Zuhörers. Die Musik fließt im natürlichen Rhythmus der ländlichen Landschaft; ihr Ebbe und Flut spiegeln die Zyklen des Lebens und der Erinnerung wider.
*The Oak and the Ash* ist eine traditionelle englische Ballade, deren Ursprünge bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen und die vermutlich erstmals auf einem Flugblatt – einer frühen Form der Zeitung – gedruckt wurde. Die Handlung folgt einem jungen Mädchen, das aus dem „North Country“ nach London zieht und dabei seine Heimatliebe sowie die Sehnsucht nach den vertrauten Landschaften und Rhythmen seines früheren Lebens zum Ausdruck bringt. Dieses Arrangement von Gordon Langford zählt seit Langem zu unseren Favoriten – insbesondere aufgrund der Art und Weise, wie er die wellenförmige Melodie durch eine Vielfalt unterschiedlicher Stimmbesetzungen gleiten lässt. Mein persönliches Highlight findet sich in der Zeile „No doubt, did I please, I could marry with ease“: Hier spiegelt sich die im Text angelegte Ungewissheit in einem harmonischen Ausweichen in eine Nachbartonart wider – gefolgt von einem geschickten musikalischen „Ausweichmanöver“, das uns schließlich wieder sicher nach Hause führt. ....
The Gesualdo Six
Owain Park, Bass, Musikalische Leitung
The Gesualdo Six
is an award-winning British vocal ensemble comprising some of the UK’s finest consort singers, directed by Owain Park. Praised for imaginative programming and impeccable blend, the ensemble formed in 2014 for a performance of Gesualdo’s Tenebrae Responsories in Cambridge and has gone on to perform at numerous major festivals across the UK, Europe, North America, Australia and New Zealand. Notable highlights include a concert in the distinguished Deutschlandradio Debut Series, performances at Wigmore Hall (London) and Miller Theatre (New York), and collaborations with Fretwork, the Brodsky Quartet, London Mozart Players, Luxmuralis, William Barton and Matilda Lloyd.
The ensemble integrates educational work into its activities, regularly holding workshops for young musicians and composers. The Gesualdo Six has curated two Composition Competitions, with the 2019 edition attracting entries from over 300 composers around the world. The group has commissioned new works from Joanna Ward, Kerensa Briggs, Deborah Pritchard, Joanna Marsh, Shruthi Rajasekar and Richard Barnard, and coronasolfège for 6 by Héloïse Werner.
Videos of the ensemble performing a diverse selection of works filmed in Ely Cathedral have been watched by millions online. The group released its debut recording English Motets on Hyperion in 2018 to critical acclaim. This was followed by Christmas, a festive album of seasonal favourites; Fading, a collection of Compline-themed music; Josquin’s legacy, exploring pedagogy and patronage at courts in Renaissance Italy; Gesualdo’s Tenebrae Responsories for Maundy Thursday, inspired by the darkness and shadows of Holy Week; Lux aeterna, which illustrates musical responses to grief; and Byrd’s Mass for five voices.
Owain Park
was born in Bristol in 1993. As well as directing The Gesualdo Six, he maintains a busy schedule of conducting projects with ensembles including the London Mozart Players, Southbank Sinfonia, the Academy of Ancient Music and Capella Cracoviensis. Owain is Principal Guest Conductor of the BBC Singers and formerly Musical Director of Cambridge Chorale.
Owain’s compositions are published by Novello and have been performed internationally by ensembles including The Tallis Scholars and Aurora Orchestra. While at Cambridge University, he studied orchestration with John Rutter, before undertaking a master’s degree in composition. He is Composer-in-Residence for the London Choral Sinfonia, and was one of BBC Radio 3’s ‘31 under 31 Young Stars 2020’. An album of his compositions recorded by The Choir of Trinity College Cambridge was nominated for the 2019 BBC Music Magazine Awards. In 2020 the Epiphoni Consort released When Love speaks, an album of his secular choral works.
Owain is a Fellow of the Royal College of Organists (FRCO) and was awarded the Dixon Prize for Improvisation, having been Senior Organ Scholar at Wells Cathedral and Trinity College Cambridge. He was a Tenebrae Associate Artist for two seasons, and has worked with ensembles such as The Sixteen, the Gabrieli Consort and Polyphony.
Booklet für Wishing Tree
