Musica Ferdinandea – Ein Fest für Kaiser Ferdinand I. Capella de la Torre & Katharina Bäuml

Cover Musica Ferdinandea – Ein Fest für Kaiser Ferdinand I.

Album Info

Album Veröffentlichung:

HRA-Veröffentlichung:
03.01.2014

Label: Musik Museum

Genre: Classical

Subgenre: Vocal

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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FLAC 96 $ 12,80
  • Alessandro Orologio (ca. 1550–1633)
  • 1Intrada01:26
  • Stundenschlag
  • 2Uhrwerk in der Hofkirche Innsbruck00:37
  • Pieter Maessins (ca. 1505–1562)
  • 3In dedicatione huius templi05:36
  • Orlando Di Lasso (1532–1594)
  • 4Tityre, tu patulae à 604:12
  • Jacobus Vaet (1529–1567)
  • 5Missa tityre, tu patulae à 6 – Kyrie04:25
  • 6Gloria04:52
  • Jacques Buus (ca. 1500–1565)
  • 7Recercare05:36
  • Jacobus Vaet (1529–1567)
  • 8Missa tityre, tu patulae – Credo07:59
  • Arnold von Bruck (ca. 1500–1554)
  • 9Komm, Heiliger Geist03:29
  • Jacobus Vaet (1529–1567)
  • 10Sanctus/Benedictus05:51
  • Jacobus Vaet (1529–1567)
  • 11Agnus Dei05:30
  • Antonio De Cabezón (1510–1566)
  • 12Ancol que col partire03:18
  • Heinrich Isaac (ca. 1450–1517)
  • 13Innsbruck ich muss Dich lassen04:10
  • Arnold von Bruck (ca. 1500–1554)
  • 14Musica Dei donum (instrumental)03:22
  • Michael Deiss (1552)
  • 15Quis dabit oculis nostris à 406:50
  • Improvisation - Fa una canzone (instrumental)
  • 16Improvisation02:11
  • Christian Hollander (ca. 1515–1568)
  • 17Austria virtute aquilas02:44
  • Total Runtime01:12:08

Info zu Musica Ferdinandea – Ein Fest für Kaiser Ferdinand I.

Zum Jubiläum 450 Jahre Hofkirche Innsbruck präsentieren wir erlesene Musik vom Hof Kaiser Ferdinands I., der von 1558 bis 1564 regierte und zum Gedächtnis für seinen Großvater Maximilian die Hofkirche erbauen ließ.

Das Programm der CD ist eine musikalische Hommage an Ferdinand I. und die Rekonstruktion eines Festes am Kaiserhof, wie es anlässlich der Einweihung der Hofkirche im Februar 1563 gefeiert worden sein könnte – natürlich mit einem feierlichen Gottesdienst. Im Mittelpunkt steht die prachtvolle sechsstimmige Parodiemesse über Orlando di Lassos Motette „Tityre tu Patulae“ von Jacobus Vaet.

Geistliche und weltliche Werke von bedeutenden Komponisten wie Vaet, Maessins, Buus und Arnold von Bruck sind vielfach zum ersten Mal in neuerer Zeit zu hören. Freilich darf Heinrich Isaacs ergreifendes Abschiedslied „Innsbruck ich muss dich lassen“ nicht fehlen, bezieht sich der Text doch auf Kaiser Maximilian, dessen monumentales Grabmal in der Innsbrucker Hofkirche bis heute Besucher aus aller Welt beeindruckt. Und was wäre eine Aufnahme mit Renaissancemusik aus der Innsbrucker Hofkirche ohne den Klang der weltberühmten Ebert-Orgel, die seit 1561 den Originalklang der Renaissance unmittelbar lebendig werden lässt!

Das international renommierte Ensemble Capella de la Torre widmet sich dieser klangprächtigen und anrührenden Musik mit größtem Engagement und unbestechlicher Stilkompetenz.

„Eine gute Idee und ein schönes Programm: Zu Ehren von Ferdinand I. erklingt in der Innsbrucker Hofkirche, die der Kaiser erbauen und 1563 (ein Jahr vor seinem Tod) einweihen ließ, Musik aus dem Umkreis ebendieses Herrschers. Im Zentrum steht die selten zu hörende sechsstimmige Messe „Tityre, tu patulae“ von Jacobus Vaet, geschaffen als Parodie auf der Grundlage von Orlando di Lassos gleichnamiger motettischer Virgil-Vertonung. Darum herum gruppieren sich zahlreiche weitere reizvolle Musikstücke, deren bekanntestes wohl der mit Ferdinands Großvater Maximilian assoziierte Liedsatz „Innsbruck, ich muss dich lassen“ von Heinrich Isaac ist. Wenig bekannte Komponisten wie Pieter Maessins und Arnold von Bruck kommen ebenfalls zu Wort. Wie indes die Bläsertruppe von Katharina Bäuml die erklärtermaßen improvisierte mehrstimmige Canzone reibungsfrei zu extemporieren in der Lage war, bleibt ihr Geheimnis. Interpretatorisch wird auf hohem Niveau gearbeitet. Die Vokalmusik erklingt durchwegs in gemischter Besetzung: Die drei Sänger werden jeweils von Instrumentalisten ergänzt, in der sechsstimmigen Messe samt Motettenvorlage bedeutet dies ein exakt paritätisches Verhältnis. Ob dies für die Musik des 16. Jahrhunderts im Rahmen des historisch Korrekten liegt, kann an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Bei so disziplinierter und sensibler Spiel- und Singweise wie auf dieser CD zu hören kann man über das Ergebnis jedoch nicht meckern, wenngleich in puncto Textpräsenz freilich Abstriche gemacht werden müssen. Insgesamt besticht das durchgehend hohe Niveau auf klanglicher wie intonatorischer Ebene – man muss nicht erst die Besetzungsliste studieren, um zu bemerken, dass hier echte Könner am Werk waren“. (Michael Wersin, RONDO)

Kai Wessel, Alt
Achim Kleinlein, Tenor
Matthias Gerchen, Bass
Capella de la Torre
Katharina Bäuml, Leitung


Capella de la Torre
Die Capella de la Torre versammelt Musiker, die sich als Spezialisten für historische Aufführungspraxis einen Namen gemacht haben. Die reiche und bislang zu wenig beachtete Musik aus Mittelalter und Renaissance mit professionellem Anspruch zur Aufführung zu bringen und damit wieder direkt erfahrbar zu machen, bildet den Leitgedanken des Ensembles.

Der Name „de la Torre“ ist auf zweierlei Weise zu verstehen: Die Gruppe widmet sich im Besonderen der Musik für historische Blasinstrumente wie Schalmei, Pommer, Dulzian, Posaune und Zink, zeitgenössisch als „Capella Alta“ bekannt. Anfang des 16. Jahrhunderts komponierte der Spanier Francisco de la Torre das wohl berühmteste Stück für eine solche Besetzung, seine „Danza Alta“. Neben dieser Hommage an den Komponisten ist der Name aber auch ganz wörtlich zu verstehen: „De la Torre“ bedeutet übersetzt „vom Turme“. Bläsergruppen, in Spanien Ministriles genannt, musizierten häufig von Türmen oder Balkonen herab bei Festen und anderen offiziellen Veranstaltungen. So gibt es bis heute in vielen Städten die „Torres de los Ministriles“, und auch Francisco de la Torre hatte seinen Namen sicherlich nicht zufällig.

Capella de la Torre pflegt jedoch nicht nur die spanische Musik, sondern widmet sich den in ganz Europa verbreiteten „Hauts Instruments“, also den „lauten Instrumenten“. Mit „laut“ ist nach der mittelalterlichen Bedeutung weniger das Tonvolumen gemeint, als das Überwältigende und Eindrucksvolle. Die Macht der Musik ist es, die die Menschen von damals bis heute begeistert. In diesem Sinne will das Ensemble die musikalische Tradition von Ministriles, Piffari und Stadtpfeiffern wieder aufnehmen.

Zum virtuosen und gepflegten Spiel von Schalmei, Pommer und Dulzian gehört auch die Modulation der Lautstärke. Das Ensemble wird deshalb durch Gesang, Flöten, Orgel und Laute ergänzt. Zum Repertoire gehört, in verschiedenen Programmen realisiert, die weltliche und geistliche Musik des 14. bis 17. Jahrhunderts. So lassen die Spieler und Sänger den musikalischen Glanz ferner Zeiten wieder aufscheinen.

Die Besetzung der Capella de la Torre vorwiegend mit historischen Doppelrohrblattinstrumenten stellt eine in der heutigen Musikszene wenig gepflegte Praxis dar, die in Deutschland als einzigartig angesehen werden kann. Seit seiner Gründung im Jahre 2005 hat das Ensemble mehrere CD Einspielungen vorgelegt, außerdem gibt es zahlreiche Radiomitschnitte (DLR, RBB, MDR).

Katharina Bäuml
geboren in München, studierte zunächst moderne Oboe bei Klaus Becker, Hannover, Rainer Herweg, Hamburg, und Winfried Liebermann, Mannheim, wo sie ihr Diplom „mit Auszeichnung“ ablegte. Ihre Liebe zur Barockmusik und die Begeisterung für die historische Aufführungspraxis bewogen sie daneben zum Studium der Barockoboe und historischer Rohrblattinstrumente bei Renate Hildebrand (Hamburg) und Katharina Arfken (Schola Cantorum, Basel). Auch dieses schloss sie „mit Auszeichnung“ ab. In Meisterkursen u.a. bei Ku Ebbinge, Alfredo Bernardini, Paul Dombrecht und Bruce Haynes spezialisierte sie sich weiter in verschiedenen Bereichen der Alten Musik. Katharina Bäuml ist nicht zuletzt wegen ihrer großen Bandbreite, angefangen bei Renaissance-Instrumenten wie Schalmei und Pommer, über romantische, klassische und barocke bis hin zur modernen Oboe, eine gefragte Musikerin. So spielte sie z.B. unter Claudio Abbado, Pierre Boulez, Gottfried von der Goltz, Andrea Marcon, Marc Minkowski, Ludger Remy, Michael Schönheit und Monica Huggett, in Ensembles wie dem Orquesta Barroca de Sevilla, Musica Fiata, Les Musiciens du Louvre und der Akademie für Alte Musik Berlin. Ihr besonderes Interesse an der spanischen Renaissancemusik findet ihren Ausdruck in der Arbeit mit der Capella de Ministrers und den Ministriles de Marsias. 2005 gründete sie das Ensemble „Capella de la Torre“, welches sich besonders der Musik des 15.-17. Jahrhunderts widmet. Zahlreiche CD- und Radio-Produktionen mit verschiedenen Orchestern dokumentieren ihre große musikalische Bandbreite. Zusammen mit der Akkordeonistin Margit Kern gründete Katharina Bäuml 2011 das Duo Mixtura, das Musik der Renaissance mit zeitgenössischer Musik kombiniert www.ensemble-mixtura.de

Katharina Bäuml gibt Kurse an den Musikhoschschulen in Genf und Hannover und unterrichtet in Berlin.

Booklet für Musica Ferdinandea – Ein Fest für Kaiser Ferdinand I.

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