5th Dimension Philipp Wisser
Album Info
Album Veröffentlichung:
2026
HRA-Veröffentlichung:
13.03.2026
Das Album enthält Albumcover
- 1 In Good Spirits 05:58
- 2 The Unseen 05:12
- 3 Think Twice 04:37
- 4 One Eye Closed 04:34
- 5 5th Dimension – Entry 01:15
- 6 5th Dimension 08:09
- 7 Kopenhagen 05:58
- 8 Gleaming of the Blues – Lift 01:52
- 9 Gleaming of the Blues 07:27
- 10 Look Out 05:58
Info zu 5th Dimension
Mit 5th Dimension präsentiert Philipp Wissers Quartett einen zeitgenössischen Jazzansatz, der Präzision und Risiko virtuos verbindet. Der Düsseldorfer Gitarrist und Komponist Philipp Wisser entwickelt eine klare, reduzierte musikalische Ästhetik, die nicht von theoretischen Konzepten, sondern von der Schönheit des unmittelbaren Moments inspiriert wird.
Die Band hat über zwei Jahre hinweg ein Repertoire geschaffen, das gleichermaßen reflektiert und energetisch klingt. Ihre Arbeitsweise folgt keiner klassischen Produktionslogik, sondern einem organischen Prozess: Musik wachsen lassen, hineinhorchen, verwerfen, neu formen. Das Ergebnis ist eine Live-Aufnahme ohne Overdubs – ein ehrliches musikalisches Porträt mit hoher Authentizität.
Allein der Begriff 5th Dimension lässt viel Spielraum für Interpretationen. Er lässt sich physikalisch, geometrisch oder spirituell deuten. Bei diesem Album ist der Grund für den Titel auf den ersten Blick vergleichsweise banal: Viele der Harmonien auf 5th Dimension haben eine Terz-Verwandtschaft und die Terz wiederum ist der 5. Oberton. Wesentlich geläufiger – aber eben nur eine Stufe darunter – liegt der Quintenzirkel, basierend auf dem 3. Oberton.
Das ist sicher keine neue Erkenntnis und haut die wenigsten vom Hocker. Auf den zweiten Blick jedoch offenbart sich darin eine verstaubte Wahrheit, deren Wert heute in der Tat erstaunlich wenig Beachtung findet. Als ich mich intensiver mit Obertönen zu beschäftigen begann, bekam ich Antworten auf Fragen, die immer drängender wurden: Warum existieren gewisse Harmonien überhaupt? Warum funktionieren bestimmte Skalen? Ich kannte die Regeln, aber vieles davon war lebloses Wissen. Durch die Auseinandersetzung mit Obertönen fand ich Erklärungen, die nicht nur auf der physikalischen Realität unseres Universums beruhen, sondern sich vor allem unmittelbar erfahren lassen – eine Realität, die zugleich simpel und endlos schön ist.
Das hat auch mein Selbstbild als Künstler geprägt. Meine Aufgabe ist es, diese simple Schönheit hörbar zu machen – und darin bin ich immer noch Anfänger. Ironischerweise sind viele der Harmonien und Rhythmen musiktheoretisch betrachtet gar nicht so simpel. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle die unmittelbare Erfahrung von Musik in uns tragen und beim aufmerksamen Zuhören vieles intuitiv begreifen können. Die trockene Theorie hingegen lässt den Zugang oft abstrakter erscheinen, als er tatsächlich ist.
5th Dimension ist über einen langen Zeitraum entstanden. Es ist nicht die Art von Album, bei der man ein paar Tunes schreibt, seine Lieblingskolleg:innen zusammenruft, vielleicht eine kleine Tour spielt und anschließend ins Studio geht – was auch sehr cool sein kann!
Stattdessen haben wir uns über mehr als zwei Jahre hinweg unregelmäßig getroffen und - meistens ohne Gig in Aussicht - am Material gearbeitet. Ich kann Christoph, Conrad, Daniel und Vincent nicht genug für diesen gemeinsamen Prozess danken, der es mir erlaubt hat, in aller Ruhe und Tiefe über die Stücke zu reflektieren. Gleichzeitig ist echte, kollektive Jazzimprovisation zu hören: Wir haben alles gemeinsam eingespielt, ohne nachträgliche Overdubs. Das allein ist kein Qualitätskriterium und im Bearbeitungsprozess haben wir bei manchen Stücken auch zwei komplette Takes miteinander kombiniert. Für mich entscheidend ist jedoch die dokumentierte Verbindung zwischen dem intensiven Entstehungsprozess und dem plötzlichen, gemeinsamen Fallenlassen im Moment.
5th Dimension ist ein konsequenter Nachfolger von Just a Glimpse, auch wenn das nie meine Absicht war. Während mein Debüt rückblickend eher wie eine kurze Momentaufnahme wirkt, ist dieses Album in vielerlei Hinsicht reifer. Und doch hätte es nicht entstehen können, ohne die Erfahrungen aus Just a Glimpse – als erster Schritt auf einem Weg, dessen Richtung mir damals selbst noch nicht klar war.
Letztlich geht es bei 5th Dimension aber sicher nicht primär um Obertonreihen und Harmonien, die sich daraus ableiten. Vielmehr hoffe ich, dass es an die Schönheit erinnert, die uns allgegenwärtig umgibt und in der wir alle miteinander verbunden sind. Eine Schönheit, die niemandem gehört und doch allen — Trust it. Moving through us.
Philipp Wisser, Gitarre
Christoph Klenner, Tenorsaxophon
Conrad Noll, Bass
Daniel Guerrero, Schlagzeug
Vincent Pinn, Flügelhorn
Philipp Wisser
ist ein Jazzgitarrist, Komponist und Bandleader aus Düsseldorf und gehört zu einer neuen Generation innovativer Stimmen im zeitgenössischen europäischen Jazz. Seine Musik verbindet lyrische Melodien, moderne Grooves und offene Improvisation, geprägt von einer eigenständigen kompositorischen Handschrift und einem vielseitigen Gitarrensound.
Wisser studierte Jazzgitarre und Komposition unter anderem mit Stipendium am Berklee College of Music in Boston sowie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. In dieser Zeit entwickelte er einen starken Fokus auf eigene Kompositionen und schärfte zugleich sein Profil als Improvisator und Bandleader.
Seine Musik bewegt sich im modernen Jazz und verbindet diesen mit Einflüssen aus Rock, Indie und anderen zeitgenössischen Stilrichtungen. Mit seiner neusten Veröffentlichungen 5th Dimension und zahlreichen weiteren Projekten als Gitarrist und Komponist hat sich Wisser als eigenständige Stimme im aktuellen Jazz etabliert.
Neben seiner Tätigkeit als Konzertmusiker arbeitet Wisser auch als Musikpädagoge und engagiert sich in verschiedenen Projekten der deutschen Jazzszene.
Christoph Klenner
(*1987) ist ein deutscher Jazz-Tenorsaxophonist, Komponist und Arrangeur. Er studierte Jazzsaxophon am Conservatorium Maastricht sowie Jazzkomposition an der Hochschule Osnabrück und setzte seine Studien im Fach Komposition an der Folkwang Universität der Künste in Essen fort.
Neben seiner Tätigkeit als Instrumentalist ist Klenner vor allem als Komponist und Bandleader aktiv. Er leitet eigene Projekte wie das Trio SUND und das Ensemble ISTHMUS, für die er einen Großteil der Musik schreibt. Seine Kompositionen bewegen sich zwischen moderner Jazzästhetik, kammermusikalischen Klangfarben und improvisatorischer Offenheit.
Darüber hinaus schreibt Klenner regelmäßig Auftragswerke für Big Bands, Saxophonquartette und andere Ensembles. Mehrere seiner Stücke wurden ausgezeichnet und in Programme des Bundesjazzorchesters aufgenommen.
Vincent Pinn
ist ein deutscher Jazz-Trompeter aus Trier, der sich in der jungen europäischen Jazzszene als vielseitiger Improvisator und gefragter Ensemblemusiker etabliert hat. Sein Spiel zeichnet sich durch einen warmen, runden Ton und eine melodisch geprägte, ideenreiche Improvisationssprache aus.
Pinn ist unter anderem Mitglied des Gilles Grethen Quartet, mit dem er auf dem Album Time Suite zu hören ist und auf internationalen Jazzbühnen auftritt. Die Musik des Quartetts verbindet lyrische Melodien mit moderner Jazzharmonik und freien Improvisationspassagen.
Darüber hinaus wirkt er in verschiedenen Projekten der europäischen Jazz- und Improvisationsszene mit, darunter Ensembles um Komponist:innen und Bandleader wie Johannes Huck sowie kammermusikalische Jazzformationen im deutsch-luxemburgischen Raum.
Mit seinem offenen musikalischen Ansatz bewegt sich Vincent Pinn stilistisch zwischen modernem Jazz, improvisierter Musik und genreübergreifenden Projekten und gehört zu den prägenden Stimmen der regionalen und internationalen Szene.
Conrad Noll
(*10. April 1991) hatte ab acht Jahren zunächst klassischen Cello Unterricht. 2007 wurde sein Interesse für Jazz geweckt. Autodidaktisch wendete er sich dem Kontrabass zu, bevor er ihn schließlich zu seinem Hauptinstrument machte. Er studierte dann Kontrabass an der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Bachelor 2016).
Bereits seit 2009 spielt er im HNK Trio mit dem Pianisten Felix Hauptmann und dem Schlagzeuger Fabian Künzer. Bei der Bundesbegegnung "Jugend jazzt" belegte das Trio 2011 den zweiten Platz und erhielt den DLF-Studiopreis. In der Folge nahm das Trio darauf sein erstes Album "First Steps" (2012) auf, gefolgt von einem zweiten Album bei Unit Records (2014) feat. Florian Boss, Saxophon. Daneben war er in verschiedenen Formationen tätig, wie in Sebastian Gramss' Bassmasse (Album Schwarm, 2014).
Mit seinem eigenen Conrad's Quintett (mit Jan Klinkenberg, Thomas Esch, David Heiss, Daniel Filbert) spielt er hauptsächlich Eigenkompositionen und Arrangements von Kompositionen des Kontrabassisten Oscar Pettiford.
Daniel Guerrero
Lara (*1987) ist deutsch-chilenischer Schlagzeuger mit Wohnsitz in Düsseldorf. Er studierte Jazz-Schlagzeug am Institut für Musik Osnabrück und am Conservatori del Liceu Barcelona und schloss 2016 mit dem Bachelor of Arts ab.
Nach einigen Jahren als freischaffender Musiker und Dozent in Berlin zog er 2022 nach Düsseldorf und ist seitdem ein aktiver Teil der Musikszene NRWs. Er arbeitet in musikalischen Projekten mit einer großen stilistischen Bandbreite und ist Mitglied in zahlreichen (Jazz-, Rock-, und Pop) Bands und Mitbegründer des Live Electronic Duos Space Elephant.
Dieses Album enthält kein Booklet
