Cover Cantando

Album info

Album-Release:
2008

HRA-Release:
19.03.2019

Label: ECM

Genre: Jazz

Subgenre: Modern Jazz

Album including Album cover Booklet (PDF)

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  • 1Olivia06:38
  • 2Song of Ruth06:42
  • 3Wooden Church07:01
  • 4M07:59
  • 5Chiquilin de Bachin08:04
  • 6Pages13:40
  • 7Don's Kora Song05:08
  • 8A Fixed Goal04:12
  • 9Love, I've Found You03:12
  • 10Liebesode08:36
  • 11Song of Ruth, Var.06:47
  • Total Runtime01:17:59

Info for Cantando

'Cantando' kommt aus dem Spanischen und bedeutet 'singen'. Der Titel ist geradezu charakteristisch für das weit gespannte Programm des findigen Bobo Stenson Trios. Neben Gruppenimprovisationen und neuen Eigenkompositionen (darunter zwei von Bassist Anders Jormin) spielt das schwedische Trio ein Repertoire, das von 'Love, I've Found You', einem Standard, den Stenson durch Interpretationen von Miles Davis und Wynton Kelly schätzen lernte, bis zu Alban Bergs 1907 entstandener 'Liebesode' reicht. Unerwartete stilistische Gegenüberstellungen wie diese sind integraler Bestandteil der Methodologie dieser Band: auf dem 1999 erschienenen Album 'Serenity' interpretierte Stenson bereits 'Die Nachtigall', ein anderes Stück aus Bergs Zyklus 'Sieben frühe Lieder'. Gleich zweimal bietet das Trio auf diesem Album den 'Song Of Ruth' des tschechischen Komponisten und Organisten Petr Eben, der nur wenige Wochen vor diesen Aufnahmesessions verstarb. Das Stück wurde ursprünglich für Sopranstimme und Orgel geschrieben und vom Trio eigens für dieses Album umgearbeitet. Astor Piazzollas ungemein expressiver Tango 'Chiqulin de Bachin' tänzelt in einem aufreizend langsamen Tempo daher. Aus einer anderen Ecke Lateinamerikas stammt wiederum das geschmeidige 'Olivia'. Das Stück ist von dem kubanischen Liedermacher und Protestsänger Silvio Rodríguez, der wie Alban Berg auch zu Stensons Favoriten zählt.

'Don's Kora Song' ist ein munteres Stück, das Bobo Stenson während seiner langen Zusammenarbeit mit dem 1995 gestorbenen Don Cherry oft spielte. 'Don fühlte sich der westafrikanischen Musik zutiefst verbunden und ließ sich von ihr stark beeinflussen', merkt Stenson an. 'Wenn wir auf Tournee gingen, ließ er im Bus immer Kassetten mit Musik aus Mali laufen: den Klang hatte ich über Jahre hinweg ununterbrochen im Ohr.' Cherry machte Stenson auch auf weniger bekannte Ornette-Coleman-Stücke aufmerksam. Aber auf das ungewöhnliche 'A Fixed Goal' stieß der Pianist jedoch auf anderem Wege. Es ist eines der Stücke, die Ornette vor gut zehn Jahren im Duo mit Joachim Kühn spielte. Und Stenson lernte es durch den französischen Bassisten Jean-Paul Celea kennen. Kein anderer Pianist spielt Coleman-Kompositionen so wie Bobo Stenson: mit spitzen bläserähnlichen Figuren der rechten Hand und einem triumphalen Sinn für Freiheit in der Melodieführung. 'Das Schöne an Ornette ist, daß seine Ziele in Wahrheit nicht so festgelegt sind! Die Tatsache, daß seine Stücke sehr selten auf Akkorden basieren, gibt einem dieses wunderbare Gefühl von Offenheit, dieses Gefühl, daß man die Musik in jede Richtung weiterführen kann.'

'Pages', eine vierzehnminütige Ad-hoc-Komposition des Trios, besteht eigentlich aus vier separaten Gruppenimprovisationen. Ausgewählt wurden die vier Nummern von Produzent Manfred Eicher aus sieben freien Stücken, die die Band im Studio gespielt hatte. Sie führen eloquent vor, wie man im Moment spontan zu einer schlüssigen Form finden kann. In der gesamten Sequenz nutzt das Trio auf sehr clevere Weise Zwischenräume: dies ist freie Kammermusik. 'Zwischenräume sind wichtig', erzählte Bobo Stenson einst der Jazz Times. 'Eine Atmosphäre zu schaffen ist wichtig, um eine geschlossenes Ganzes zu wahren.'

'Ich interessierte mich schon immer für klassische Musik und Volksmusik', erzählt Stenson. 'Wenn ich eine Melodie mag, dann spiele ich sie auch. Man muß für alles, was um einen herum geschieht, offen sein.' Und man muß sein Material natürlich sorgfältig auswählen und respektieren. Stenson hat aufgrund seiner Kenntnisse der unterschiedlichsten Genres - Jazz, Klassik, Volksmusik und mehr - schon vor geraumer Zeit zu einem kohärenten und vereinheitlichenden Stil gefunden. Und die Kritiker schätzen seine Werke immer mehr. 2006 wurde er als Musiker des Jahres mit dem European Jazz Prize ausgezeichnet. Für sein Album 'Reflections' (ECM 1516 / 1993) erhielt er ein schwedisches Grammy-Pendant und den Golden Record Award des Magazins Orkester Journalen. Und sowohl 'Serenity' (ECM 1740/41 / 1999) als auch 'Goodbye' (ECM 1904 / 2004) wurden in diversen Ländern rund um den Globus von Musikmagazinen zum Album des Monats gekürt.

Sein erstes Trio-Album für ECM machte Bobo Stenson 1971 mit Arild Andersen und Jon Christensen. Das gegenwärtige Trio begann Mitte der 80er Jahre, als Stenson seine Zusammenarbeit mit Anders Jormin startete, Form anzunehmen. In einer Reihe anderer Kontexte haben der Pianist und der Bassist seitdem ihre musikalische Komplizenschaft vertieft, etwa bei Tourneen und ECM-Sessions mit Don Cherry ('Donna Nostra'), Charles Lloyd ('Notes from Big Sur', ' The Call', 'All My Relations' und 'Canto') sowie Tomasz Stanko ('Matka Joanna' und 'Leosia'). Zusammengearbeitet haben sie auch auf Stensons Trio-Alben 'Reflections', 'War Orphans' und 'Serenity'. Der Schlagzeuger bei diesen drei Trio-Alben war jeweils Jon Christensen. Auf 'Goodbye' ersetzte der amerikanische Schlagzeuger Paul Motian den Norweger. Danach wurde das Trio bei fast allen Konzerten durch den jungen schwedischen Schlagzeuger Jon Fält (Jahrgang 1979) komplettiert. Auf 'Cantando' gibt Fält nun seinen Einstand im Kreise der ECM-Musiker. Die Nachfolge von alten Füchsen wie Jon Christensen und Paul Motian anzutreten, ist sicherlich keine leichte Aufgabe gewesen. Aber mit seiner energetischen und detailreichen Spielweise zieht sich der junge Schwede mehr als nur beachtlich aus der Affäre. Tatsächlich erreicht das subtile interaktive Spiel des Trios hier neue Höhen. Stenson sprach von der totalen melodischen Freiheit, die ihm Ornette Colemans Musik gewähre. Aber vergleichbare Freiheiten nimmt sich das Trio nun auch beim restlichen Repertoire heraus. Aufgenommen wurde 'Cantando' im Dezember 2007 im Auditorium Radio Svizzera Italiana in Lugano.

'In seinem weiten musikalischen Kosmos spukt auch ein Humorist, ein Liebhaber von scharf gezeichneten, kleinen skurrilen Wendungen und tänzerischer Ausgelassenheit. Auf Stensons jüngster CD mit dem programmatischen Titel Cantando haben kollektiv improvisierte Spontan-Erfindungen mit dem alten Partner Anders Jormin und dem neuen Jan Fält ebenso Raum wie eine Komposition des kubanischen Sängers Silvio Rodriguez, volksliedinspirierte Originale von Jormin, ein Tango von Piazzolla, eine ans Herz greifende Ballade von Don Cherry und das genannte Tänzchen von Ornette Coleman… Insgesamt die denkbar bewegendste Piano-Trio-Musik.' (Peter Rüedi, Die Zeit)

'Jetzt rückt er die Dimensionen zurecht: mit Kontrabassist Anders Jormin, dessen Bogentechnik seinem virtuosen Pizzicato in nichts nachsteht, und Schlagzeuger Jon Fält, der über ein außerordentliches Vermögen zu swingender Abstraktion verfügt. Das Programm ist dem sangbar Melodischen verpflichtet, und das wird mal im dichten, mal weiten Interplay zelebriert, dabei wirkt Stensons harmonische Raffinesse oberflächlichem Schönklang entgegen.' (Thomas Fitterling, Stereoplay)

Bobo Stenson, Klavier
Anders Jormin, Kontrabass
Jon Faelt, Schlagzeug

Bo Gustav Stenson (known as Bobo Stenson), born on August 4, 1944 is a Swedish piano player and jazz musician. Stenson was noted as early as 1963, when he stepped up from the local scene in Västerås to start playing frequently in Stockholm, where he accompanied a long line of visiting American players including Sonny Rollins, Stan Getz and Gary Burton. He also worked closely with Don Cherry from the beginning of the trumpeter's residency in Scandinavia. The 70's was an intensive period for Bobo Stenson, playing in many constellations, amongst them the long-standing band Rena Rama with Palle Danielsson and a very popular trio with Arild Andersen and Jon Christensen, later also with Jan Garbarek. In 1988, he joined the Charles Lloyd quartet and since 1996 appeared at major jazz festivals with Tomasz Stanko's septet/sextet.

The lilting “Don’s Kora Song” is a tune Bobo often played during his long association with the late Don Cherry: “Don had a real affinity for West African music and was strongly inspired by it. When we travelled, there would often be tapes of music from Mali playing in the bus: the sound of that has been in my ears for years.” Cherry also used to tip Stenson off to rarer Ornette Coleman tunes, but the uncommon “A Fixed Goal” reached the pianist by another route. It is one of the pieces Ornette played during his latter day association with Joachim Kuhn, relayed to Bobo by French bassist Jean-Paul Celea. No other pianist plays Coleman like Bobo does, however, with the darting horn-like figures in the right hand, and an exultant feeling of freedom in the melodies. “Well, the beauty of Ornette is that the goals are really not so fixed! The fact that his pieces are very rarely chordally-based gives you this wonderful sense of openness, the feeling you can take the music anywhere.”

“Pages”, fourteen minutes of spontaneously composed material, is actually four separate group improvisations. Selected by Manfred Eicher from seven free pieces the group played in the studio, they eloquently demonstrate how form may be found in the moment. The whole sequence makes astute use of space: this is free chamber music. “Space is important,” Bobo Stenson told JazzTimes, “to create an atmosphere is important, to keep a whole thing around it,” journalist Tom Conrad maintained that, “in terms of atmosphere few pianists ‘keep a whole thing around it’ like Stenson. In all tempos, in all keys, in all musical situations, his notes hang in the air like what Wordsworth called ‘thoughts too deep for tears’.”

“I have always been interested in classical music and folk music,” Stenson told All About Jazz L.A. “You like a melody, and you play it. You have to be open to what happens around you.” And of course, you have to choose your material carefully, and respect it. If Stenson has long integrated his knowledge of the genres – jazz, classical, folk and more - into a coherent and unified style, critical awareness of his achievement continues to grow steadily. In 2006 he won the European Jazz Prize as Musician of the Year. The “Reflections” album won both a Swedish Grammy and the Golden Record Award of Orkester Journalen, and “Serenity” and “Goodbye” were albums of the month in publications around the world.

“Cantando” was recorded in December 2007 at the Auditorium Radio Svizzera Italiana, Lugano, a recital space increasingly valued as an ECM recording location. (Other albums recorded there in recent seasons include “The Third Man” by Enrico Rava/Stefano Bollani, “Le Voyage de Sahar” by Anouar Brahem, “Vignettes” by Marilyn Crispell, and “Nostalghia” by François Couturier.)

Bobo Stenson first recorded in trio for ECM in 1971 (with Arild Andersen and Jon Christensen), but the genesis of the current group goes back to the mid 1980s and the beginning of Bobo’s association with Anders Jormin. Bassist and pianist have intensified their musical understanding in a number of other contexts, including tours and ECM recordings with Don Cherry (“Donna Nostra”), Charles Lloyd (“Notes from Big Sur”, “ The Call”, “All My Relations”, “Canto”) and Tomasz Stanko (“Matka Joanna”, “Leosia”), and collaborated on the trio recordings “Reflections”, “War Orphans” and “Serenity”, each with Norway’s Jon Christensen on drums. For 2004’s “Goodbye” album, the trio was completed by American master drummer Paul Motian. Since then, for almost all live work, the young Swedish improviser Jon Fält (born 1979) has been the trio’s drummer. Fält now makes his ECM debut on “Cantando”. Christensen and Motian have to be considered hard acts to be follow, yet Fält’s energetic and detailed playing and his waves of sound trigger fresh responses from Stenson and Jormin, and subtle interactive playing inside the pieces has reached a new plateau. Stenson talks of the total melodic freedom that Ornette’s music implies, but comparable freedoms seem now extended to all the trio’s repertoire. Jormin’s warm-toned bass both anchors and roams freely, and Fält is at liberty both to embellish and to drive the group forward.

Booklet for Cantando

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